Die Pulsuhr zur Trainingsplanung und Trainingskontrolle

Eine Pulsuhr ist sinnvoll und wichtig. Aber nur dann, wenn man mit den angezeigten Meßwerten etwas anfangen kann. Sie muß gewissermaßen für jeden Nutzer erst 'geeicht' werden. Dazu muß man bestimmen, bei welcher Herzfrequenz die anaerobe Schwelle liegt. Davon ausgehend werden dann die Herzfrequenzbereiche ermittelt, die den Trainingsbereichen zugeordnet werden.

Welche Ansprüche soll man an die Pulsuhr stellen?

1) Sie soll wenig störanfällig sein (durch z.B. Strommasten oder auch Sender anderer Sportler)

2) Sie soll die Eingabe von Frequenzintervallen der Trainingsbereiche erlauben und sich möglichst

3) bei Unter- sowie Überschreiten dieser Bereiche bemerkbar machen.

Alles andere sind Gimmicks, deren Nutzen fast immer nur behauptet, selten aber belegt wird.

Eine einfache Überlegung zu diesen Programmen hilft, ihre Bedeutung zu bedenken: Würden Sie nach einer Formel die Größe Ihrer Laufschuhe berechen und kaufen ? Was bei den Schuhen absurd ist und nicht funktioniert soll dann aber bei der Festlegung der Trainingsbereiche, die noch viel individueller sind, möglich sein?

Schauen Sie sich eine wissenschaftliche Überprüfung der 'OwnZone' an.

Fast alle Uhren haben ein Programm, das aus Alter und Geschlecht Trainingsbereiche ermittelt. Was ist davon zu halten?

Alter und Herzfrequenz In fast jedem Buch zum Thema lesen Sie die Formel der maximalen Herzfrequenz: HFmax = 220 - Lebensalter. Die Formel gilt zwar durchaus näherungsweise, wenn man eine ganze Bevölkerungsgruppe betrachtet, nicht jedoch für den einzelnen Menschen aber ist die Fehlerbreite viel zu groß.

Von der Formel '220 - Lebensalter' werden weitere Formeln abgeleitet, nach denen die Trainingsbereiche berechnet werden. Hersteller verwenden diese Daten oft, um ihren Kunden einen (vermeintlichen) Zusatznutzen in ihren Pulsuhren zu bieten. Tatsächlich aber ist diese Formel (220-Lebensalter) im konkreten Fall gänzlich wertlos. Noch wertloser sind die davon abgeleiteten Trainingsbereiche, da der Pulsanstieg unter Belastung eine weitere sehr individuelle Kennzahl ist und bei diesen Formeln prinzipiell unberücksichtigt bleibt.

Besser wäre es, wenn man selbst einen Test macht, sich dabei maximal belastet und so die eigene maximale Herzfrequenz feststellt. Allerdings: Die maximale Herzfrequenz als solche gibt es eigentlich nicht. Sie ist nämlich abhängig von der ausgeübten Belastung, bzw. Sportart. Sie liegt beim Laufen höher als beim Radfahren, beim Schwimmen ist sie wiederum tiefer. Der Selbsttest sollte also sportartspezifisch erfolgen. Das Ergebnis ist in der Regel aber zu niedrig, weil nur Weltklasseathleten die Leidenstoleranz haben, die nötig ist sich diesem Wert zu nähern.

Pulsuhr
© 2012 PD Dr.K.S.Herrmann,Leistungstest.info zuletzt bearbeitet 01.02.2009
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